LTE – der nächste Breitband-Flop für’s Land?

geschrieben von Amras Taralom am 03.09.2010 11:45

Gestern hat der zweitgrößte deutsche Kommunikationsanbieder Vodafone auf der IFA die Tarife für das “Internet der 4. Generation” vorgestellt. Diese wurden bereits mit Spannung erwartet, da von der Telekom außer einer Einweihungsfeier für den ersten LTE-Sender in Kyritz bisher keine Informationen kamen. Sollten sich die “großen 3″ der Branche aber einig sein, was die Tarife angeht, steht schon jetzt fest: LTE wird anfangs genau so ein Flop wie UMTS es war. Wie bei UMTS gibt es keine echte Flatrate, sondern nur Tarife zwischen 10 und 30 Gigabyte – absolut unangemessener Ersatz selbst für eine DSL2000-Leitung.

Hier die Tarife:

  • Internet “Flatrate” mit bis zu 50 MBit/s | 30 GB Highspeed-Volumen | 69,99 € pro Monat
  • Internet “Flatrate” mit bis zu 21,6 MBit/s | 15 GB Highspeed-Volumen | 49,99 € pro Monat
  • Internet “Flatrate” mit bis zu 7,2 MBit/s | 10 GB Highspeed-Volumen | 39,99 € pro Monat

Wie man sehen kann sind die Preise exorbitant hoch, vor allem wenn man sich vergegenwärtigt, dass man als Kunde völlig allein in einer Funkzelle sein muss, um die “bis zu 50 MBit/s” auch zu bekommen. Nun, gegen 7,2 MBit/s ist ja auch nichts zu sagen, allerdings dürfen auch hier maximal 7 Personen geichzeitig in einer Funkzelle aktiv sein, zudem sind 10 Gigabyte wohl absolut lachhaft in Zeiten von Internet-TV, 10 MPixel-Fotos und Youtube 1080p. Zudem ist es möglich, dass der Anbieter hier gegen die Vergaberichtlinien für die digitale Dividende verstößt, da mindestens 1 MBit/s garantiert sein müssen und Vodafone auf 384 KBit/s drosselt, wenn das “Highspeed-Volumen” verbraucht ist. Die Bundesnetzagentur sollte in dieser Richtung mal Untersuchungen anstellen.

Ach so, und die Nutzungsbedingungen enthalten noch diesen “netten” Passus:
»Die Nutzung der Tarife für Voice over IP und Peer-to-Peer Kommunikation ist nicht gestattet.«

Ergo: kein VoIP, kein ICQ, kein Torrent, kein Skype… Netzneutralität adé (trotz der ganzen Diskussionen).

Fazit: Vodafone, u fail hard. Die Zeichen der Zeit, eine Chance sich vom ewig Ersten Telekom abzusetzen, nicht erkannt. Eine weitere nützliche Technologie, die durch Tarifgestaltung obsolet wird – genau wie UMTS damals. Hoffen wir, das rosa T macht diesemal nicht alles genau so (falsch).

Interessantes XP-Konzept in Final Fantasy Online

geschrieben von Amras Taralom am 26.08.2010 21:18

Square Enix – den meisten Rollenspiel-Abstinenzlern hierzulande erst ein Begriff seit der japanische Publisher die britische Traditionsmarke Eidos Anfang 2009 kaufte – geht in Punkto Erfahrung mit Final Fantasy 14 Online einen neuen Weg. Während in WoW und anderen MMORPGs die erhaltene Erfahrung durch Quests und das Töten von Gegnern gewöhnlich nur vom Level und dem Schwierigkeitsgrad abhängen führen die Japaner zusätzlich ein degressives System ein. Wenn jemand mehr als 8 Stunden pro Woche (!) spielt verringert sich die erhaltene Erfahrung beträchtlich, bei mehr als 15 Stunden erhält der Spieler keine Erfahrungspunkte mehr. Wie Game Director Nobuaki Komoto erklärt soll das neue System für mehr Chancengleichheit unter den Spielern sorgen:

»Zunächst mal ist es das Hauptkonzept von Final Fantasy 14 Online, Leuten mit wenig Zeit effektives Spielen zu ermöglichen. Darauf basiert die gesamte Balance des Spiels. Zudem soll das System verhindern, dass Leute mit viel Zeit keinen unfairen Vorteil gegenüber den anderen erhalten.«

Ob die Spieler mit diesem System zufrieden sein werden muss sich erst zeigen. In die Pläne von Square Enix dürfte diese “Design-Entscheidung”, die zu schnelles Leveln verhindert, zumindest prächtig passen. Final Fantasy 14 Online wird nämlich monatliche Gebühren kosten.

Spieler und Fachpresse unzufrieden mit Gamescom

geschrieben von Amras Taralom am 24.08.2010 22:21

Am Ende großer Events wird zurück geblickt, so auch bei der Gamescom 2010. Dieses Fazit-Ziehen fällt dabei ernüchternd aus. Die Messe war zwar auf dem Papier ein Erfolg – die Besucherzahlen steigen von 245.000 um rund 3,5% auf 254.000 – aber Fachpresse und Spieler sind sich einig: das war keine große Show. Journalisten und viele Kommentare auf einschlägigen Portalen bemängeln sowohl Organisation als auch Innovationslosigkeit bei der Umsetzung der Publikumsmesse in Köln. Während sich die GamesConvention in Leipzig zur weltweit größten Consumer-Show für Spiele hocharbeiten und sogar E3 und ECTS aus dem Rennen schlagen konnte scheint man in Köln zumindest in diesem Jahr gescheitert zu sein. Die deutsche Spielemesse tritt wieder in den Schatten der E3, der Wechsel in die Rheinmetropole hat der GC wohl eher geschadet als genutzt.

Zu den Hauptkritikpunkten gehört wohl, dass zu wenige Neuvorstellungen zu sehen waren. Die E3 hat hier ihre Vorrangstellung zurückgewonnen, dadurch sehen viele Hersteller die Messe als reine Lokal- und Verkaufsmesse an. Das wirkt sich natürlich auch auf den Aufwand aus, den die Hersteller für die Gamescom betreiben. Nur wenige machten sich die Mühe, eine gut Show abzuliefern (besonders Sony hat sich hier positiv abgehoben). Daneben waren einfach zu wenige Titel vor Ort spielbar und der deutsche “Jugendschutz” macht einer Vorstellung auf großer Bühne einen Strich durch die Rechnung – wenn man auf Seiten der Messeleitung eben unfähig ist für die ab16- und ab18-Titel einfach eine eigene Halle zu nehmen.

Foto: Koelnmesse

Gamescom 2010 – “Celebrate the Games”

geschrieben von Laviniara am 19.08.2010 00:04

Es ist wieder soweit, die “Gamescom” rollt an und diesmal in Köln! Die Welt der interaktiven Games hat seine Pforten vom 19. August bis zum 22. August geöffnet.  Wer ein Freund des interaktiven Spielens ist, ist hier genau richtig. Unter diversen Marken wie Sony oder Microsoft stellen auch andere Konzerne ihre neuesten Entwicklungen vor. Unter anderem die neue “XBox 360 smart” und die neue Playstation 3.  Bereits gestern, am 18. August war die “Gamescom” für Fachbesucher geöffnet. Ab heute steht keinem Besucher mehr etwas im Weg.  Die Türen sind für jedermann geöffnet.  Das Rahmenprogramm der Messe ist gewaltig, damit es den Besuchern auch nicht langweilig wird (z.B.: Giga überträgt Live von der “Gamescom”, Olli Banjo, Das Bo uvm.). Nicht nur in den Messen wird das interaktive Gaming groß geschrieben, sondern auch in der Stadt Köln selbst. Ein großes Spektakel für jung und alt.

Nähere Infos zur heute anlaufenden “Gamescom” 2010 in Köln findet ihr auf dem unten angezeigten Link!

Gamescom 2010

Blizzard: Privatserver-Betreiber muss 88 Millionen US-Dollar zahlen

geschrieben von Shaggy am 15.08.2010 17:59

Der WoW-Privat-Server-Betreiber Alyson Reeves wurde am vergangenen Donnerstag von einem kalifornischen Gericht zu einer Zahlung von 88 Millionen US-Dollar (~69 Millionen Euro) verurteilt. Richter Stephen V. Wilson sah es als erwiesen, dass der Betreiber der Privatserver gegen das Urheberrecht verstieß, um einen finanziellen Vorteil zu erhalten. Alyson Reeves hatte nämlich den Betreib des Privat-Servers durchsogenannte “Microtransactions” gesichert. Die Zahlungsaufforderung von 88 Millionen US-Dollar ergibt sich aus einem unerlaubten Profit in Höhe von 3.052.339 US-Dollar, 63.600 US-Dollar Anwaltskosten und 85.478.600 US-Dollar sogenannter „Statutory Damages“. Dieser enorme Wert bezeichnet nach US-Recht eine Schadensersatzzahlung in Fällen von beispielsweise Urheberrechtsverletzungen, in denen der wirkliche Schaden für den Urheberrechtsinhaber nicht präzise zu beziffern ist (sozusagen: was Blizzard an Geld verdient hätte, wenn alle Spieler bei Blizzard gespielt hätten).

Damit hat Blizzard wohl die Entwicklungskosten von Cataclym wieder drinne :)

The Guild – “Game ON”

geschrieben von Amras Taralom am 11.08.2010 18:20

Pünktlich zum Erscheinen der 4. Staffel der Kult-Webserie “The Guild” hat das Team um Felicia Day wieder ein neues Musikvideo mit dem Titel “Game On” veröffentlicht. Ganz im Stil der Bollywood-Filme (herrlich: Felicia singt mit verstellter Stimme) wirbt das Video sowohl für Toleranz gegenüber Spielern als natürlich auch für die neue Season. Das Video ist über MSN/Bing Video, Youtube oder (käuflich) über iTunes erhältlich. Viel Spaß beim Anschauen.

Blizzard-Mitarbeiter erstes Opfer von Blizzard-Politik

geschrieben von Amras Taralom am 10.07.2010 11:50

Wie Blizzard bereits vor einiger Zeit bekannt gegeben hat soll der Realname (“Real-ID“) bald fest mit den Forenaccounts bestimmter Spiele und dem Battle.net-Account verbunden sein. Das sorgte – zu Recht – für schlechte Stimmung in den Foren und weltweite Proteste gegen diese Politik. (Angebliches) Ziel der Veröffentlichung des Realnamen ist es, den Forentrollen Einhalt zu gebieten.
Dass man dazu ganz sicher nicht die Privatinformationen von Millionen Nutzern veröffentlichen muss sollte klar sein. Trotzdem hält Blizzard scheinbar weiterhin am eingeschlagenen Kurs fest obwohl es bereits ein erstes “Opfer” gibt: Blizzards Community-Manager “Bashiok”. Der wollte das System nämlich verteidigen und postete seinen Realnamen im Forum. Damit, dass nur Minuten später quasi sein gesamter Lebenslauf, seine Telefonnummer, Adresse, sein Alter und seine Vorlieben publik gemacht würden hat er wohl nicht gerechnet. Später wurden auch noch der Name seiner Frau, die Mitbewohner in seinem Haus sowie die Schule seiner Kinder aufgedeckt. “Dank” Google Streetview gelang es auch, Bilder seines Hauses im Netz zu verbreiten. Dass diese Gefahr besteht hätte ihm wohl jeder netzaffine Nutzer im Voraus sagen können.

Inzwischen hat Micah Whipple, so Bashioks bürgerlicher Name, eine neue Telefonnummer; sein Facebook-Profil und seinen Twitter-Account sind gelöscht. Trotz der dramatischen Folgen für ihren Mitarbeiter wird sich Blizzard – wie üblich in wirklich wichtigen Fragen – höchst wahrscheinlich über die Community hinwegsetzen und das “Feature” einführen.

Update

Entgegen vorheriger Vermutungen hat Blizzard nun doch auf die umfangreichen Proteste reagiert und die Nutzung der RealID optional gemacht. In den Foren kann man nun wieder mit Battle.net-Namen + Character-ID schreiben. Obwohl das “Feature” nun optional ist will Blizzard dessen Nutzung weiterhin aktiv fördern.

DirectX 11 mit Catacylsm

geschrieben von Amras Taralom am 06.07.2010 14:21

Wie Blizzard kürzlich bekannt gegeben hat soll die finale Version von World of Warcraft: Cataclysm per DirectX 11 die Grafik “aufhübschen”. Die in die Jahre gekommene Engine hätte allerdings eher ein komplettes Workover oder gar einen Austausch gegen ein moderneres Modell nötig. Auf den wenigen von Blizzard bisher veröffentlichten Screenshots sieht man zwar, dass die Wasserreflexionen realistischer aussehen (Wasseroberflächen spiegeln den Himmel und die nahe Objekte) und auch die Leuchteffekte deutlich schicker wirken, aber einen wirklichen Quantensprung in der Grafik macht das nicht aus. Das zu erkennen genügt ein Blick auf die extrem grobschlächtigen Texturen, die schon 2004 nicht die Crème de la Crème waren. Falls Blizzard fürchtet, zahlende Kunden durch zu hohe Hardwareanforderungen zu verprellen, könnte die Firma auch eine zweigleisige Strategie fahren: 2 Clients, einer mit der alten Engine, ein anderer mit zeitgemäßer Grafik. Der Aufwand wäre sicher vertretbar und würde einen der Hauptkritikpunkte an WoW ausräumen.

Project Natal heißt jetzt Kinect

geschrieben von Amras Taralom am 15.06.2010 09:46

Auf der gerade in Los Angeles stattfindenden E3 hat der Redmonder Konzern Microsoft sein vormals als “Project Natal” bekanntes Gesten-Eingabesystem für die XBox 360 dem breiten Publikum vor. Dass die Technik des controllerlosen Eingabegerätes funktioniert konnte Microsoft bereits auf der E3 vor einem Jahr demonstrieren, allerdings gab es damals keine Anwendungen. Zum Verkaufsstart am 4. November 2010 sollen hingegen 15 – überwiegend familientaugliche – Titel zur Auswahl stehen; 6 wurden auf der E3 gezeigt. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei dem liebevoll umgesetzten “Streichelzoo”-Spiel “Kinectimals” zuteil. Per Zuruf und Gesten kann der Spieler das virtuelle Tier (es gibt immerhin 30 Stück zur Auswahl) steuern, etwa zu sich rufen, streicheln oder ein Spielzeug holen lassen. Das sorgte vor allem beim jungen Publikum für Begeisterung.
Daneben werden wohl, ähnlich wie bei der Konkurrenz-Konsole Wii aus dem Hause Nintendo, Sportspiele und -trainer die Hauptdomäne für das Gesteneingabegerät werden. Ubisoft demonstrierte zum Beispiel den Fitnesstrainer “Your Shape Fitness Evolve”, bei dem man anhand eines virtuellen Trainer-Avatars die eigenen, aufgenommenen Bewegungsabläufe korrigieren kann. Damit ist das System dem der Wii, die nur rudimentäre Auswertungsmöglichkeiten bietet, haushoch überlegen. Außerdem wurde mit “Dance Central” ein Tanzspiel von Guitar-Hero-Erfinder Harmonics angekündigt.

Der Preis der neuen Eingabevariante ist noch nicht bekannt, wird von Analysten aber auf etwa 150 US-Dollar geschätzt. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, ob das interessante Eingabesystem irgendwann auch für den PC erhältlich sein wird.

Pfad der Titanen fällt Rotstift zum Opfer

geschrieben von Amras Taralom am 14.06.2010 16:00

Der “Pfad der Titanen” – einstmals als wichtiges Feature von Cataclysm angekündigt – ist jetzt dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die heroische Questreihe nach Erreichen der Maximalstufe sollte “fertigen” Helden eigentlich weitere Boni bringen. Jetzt fällt sie aus dem Programm, denn “das System [ist] laut Blizzard zu komplex geworden, ohne wirklich Spieltiefe zu bieten”. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Blizzard doch noch einen Veröffentlichungstermin im Jahr 2010 anstrebt und eine komplexe Questreihe mit kompliziert zu balancenden Boni als Reward könnte sich dabei als kontraproduktiv erweisen. Schade, hier wird eindeutig Potenzial verschenkt. Zugleich mit der Ankündigung, es werde keinen Pfad der Titanen geben, hat die kalifornische Spieleschmiede auch weitere Streichungen bekannt gemacht: so wird etwa auch das Gildenpunkte-System gestrichen (noch eine der groß angekündigten Neuerungen!) und der Archäologen-Beruf verliert deutlich an Wichtigkeit.

Alles in allem fragt man sich nun wohl zu Recht, was das Addon außer neuen Instanzen und einer angehobenen Mindeststufe denn nun zu bieten hat. Lassen wir uns mal überraschen.


 

 

 

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